Geschichte

Am 26. Juli 1920 gründeten 27 junge Männer im Jugendheim am Sauerfeld den Turnverein „DJK-Eintracht Lüdenscheid“. In Lüdenscheid gab es zu dieser Zeit in der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef den Jünglings- und Gesellenverein, der nur den männlichen Gemeindemitgliedern vorbehalten war. Dieser Verein besaß auch eine eigene Turnabteilung, aus der sich die 27 Männer entschlossen, einen eigenständigen Turnverein zu gründen. Das Beitrittsgeld betrug 1920 drei Mark, der monatliche Mitgliedsbeitrag eine Mark.

Die Turnabteilung wurde schnell im DJK-Verband, im Bezirk und Gau des heutigen Lenne-Volme-Turngau bekannt, stellte sie doch jahrelang mit Viktor Schnettker den Bezirksturnwart und mit Arthur Ackermann den Gausportwart sowie Schiedsrichter. Neben den vielen Veranstaltungen, Wettkämpfen und Turnfesten, die mit großen Erfolg besucht wurden, seien hier nur die Reichstreffen 1927 in Köln und das Bundessportfest 1932 in Dortmund erwähnt, an denen 50 Aktive unseres Vereins teilnahmen. 1928 waren wir Veranstalter des Gauturnfestes in der Nattenbergkampfbahn Lüdenscheid.

In den ersten Jahren stand dem Verein die Turnhalle des Jungengymnasiums zur Verfügung. Später wurde uns die Turnhalle an der Westschule zuerkannt, die jahrelang unsere Übungsstätte war. Neben der Turnabteilung bildeten sich kurze Zeit später eine Fußball- und Leichtathletik-Riege und einige Jahre später eine Feldhandballmannschaft. Die Fußballmannschaft stellte im Jahre 1924 den Gaumeister im damaligen Bezirk Sieg-Lenne. Die Feldhandballmannschaft war jahrelang Kreismeister.

Damen wurde die Mitgliedschaft in den Gründungsjahren vom DJK-Verband untersagt. Die Bemühungen des damaligen 1. Vorsitzenden Otto Scharpe, im Jahre 1925 eine Damenriege zu gründen, wurde vom Dachverband aufs Schärfste verurteilt und führte zum Verlust der aktiven Mitgliedschaft von Otto Scharpe.

Nach der Machtergreifung durch den Nationalsozialismus 1933 sicherte ein mit der katholischen Kirche abgeschlossenen Konkorat allen katholischen Verbänden freie Betätigung zu. Doch schon nach kurzer Zeit wurden der DJK Schwierigkeiten bereitet. Die Turn- und Sportplätze wurden für unseren Verein gesperrt. Als 1936 die Saarländische Sportjugend auf einer Deutschlandfahrt in Lüdenscheid Station machte, konnten wir bei einer Großkundgebung zum letzten Mal unser Banner zeigen. Im Jahre 1937 wurde der Verband „Deutsche Jugendkraft“ und damit auch die Eintracht verboten, der gesamte Schriftverkehr beschlagnahmt und das Vermögen des Vereins durch den Regierungspräsidenten in Arnsberg zu Gunsten des Preußischen Staates eingezogen.

Erst am 19. Oktober 1951 erfolgte die Wiedergründung der DJK-Eintracht und unsere Mitglieder, die nach dem Verbot zu dem uns befreundeten Verein Sportfreunde 08 übergewechselt waren, konnten nun wieder unter dem Namen DJK-Eintracht Lüdenscheid den Sportbetrieb aufnehmen. In den 50er Jahren erfolgte dann auch die Aufnahme von Frauen im Verein. Nun wuchs unser Verein mit vielen neuen Abteilungen zu einem Verein , der die gesamte Breite des Sportes bot: Mutter & Kind-Turnen, Kinder- und Jugendturnen, Frauen- und Männer- Ausgleichssport, Turnen für Ältere, Tanz, Gymnastik, Volleyball, Basketball, Leichtathletik, Wandern waren die Angebote in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts , die um die Abteilungen Aerobic, Step-Aerobic, Rückenschule ergänzt wurden.

Als der DJK-Eintracht im Jahr 1992 eine eigene Turnhalle in der Knapper-Schule zugewiesen wurde, wuchs unser Verein weiter an und ergänzte seine Angebote um weitere Abteilungen. Dazu gehören heute Ballett, Aqua-Gym, Kindergymnastik, Seniorensport und viele andere Angebote aus dem Gesundheitsbereich.

90 Jahre DJK-Eintracht wurde im September 2010 im Lüdenscheider Kulturhaus gefeiert. Neben internationalen Artisten, wie Hugo Noel aus Kanada, präsentierten sich auch die einige Vereinsgruppen sowie benachbarte und befreundete Vereine. Im Foyer des Kulturhauses konnte eine Vereinschronik bestaunt werden. Im Nachhinein fand ein Gottesdienst statt.

Seit 2011 gewinnt die DJK-Eintracht vor allem in den Bereichen Gymnastik & Tanz sowie Dance für Kinder und Jugendliche an Bedeutung und beweist Wettkampfklasse.

Anfang 2012 lässt sich die langjährige 1. Vorsitzende Eva Gobrecht aus Altersgründen nicht mehr wieder wählen. Michael Wiek übernimmt das Amt. Erstmals seit 10 Jahren muss die Jahreshauptversammlung eine Beitragserhöhung beschließen um angemessen auf die gestiegenen Kosten zu reagieren und außerdem vorzusorgen, da ab 2016 erstmals in der Geschichte der DJK-Eintracht Nutzungsgebühren an die Stadt Lüdenscheid zu entrichten sind. Zurück im Vorstand ist Pascal Kokken, der von 2009 bis 2011 bereits Jugendwart war, jetzt aber den Posten des Pressewarts ausübt und den Verein vor allem im Internet neu positioniert. Über eine neue Homepage hinaus ist die DJK-Eintracht nunmehr auch auf Facebook, GooglePlus und Twitter vertreten. Durchschnittlich mehr als 500 Personen im Monat nutzen die neuen Onlineangebote des Vereins.

Anfang 2013 verlässt der 2. Vorsitzende Lothar Götte den Vorstand, dem er über Jahre hinweg angehörte. Die Jahreshauptversammlung bestimmt Anja Brandts zu seiner Nachfolgerin, die im Bereich Gymnastik/Tanz und Dance als Betreuerin aktiv ist. Erstmals in der Geschichte des Vereins konnte sich eine Gymnastik und Tanz Gruppe für das Internationale Deutsche Turnfest qualifizieren.

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